Liebe treue Leser

Ich weiß ja gar nicht, wie lange ich mich nicht hab blicken lassen hier auf dieser Seite. Was daran liegt, dass in meinem Leben keine großartigen Dinge passieren mehr. Ich habe jetzt seit gut eineinhalb Jahren einen Job in der nächstgelegenen Stadt, wo ich jeden Tag mit Bus hinfahre. Immer wenn ich dann im Bus sitze, geht mir der Satz durch den Kopf: Holden Coffeeld on tour. Dann beobachte ich durch die Fenster die Geschehnisse um mich herum. Die vielen Menschen mit ihren Handys, Hunden oder Kindern.

So sieht’s aus. Ich bilde mir ja kaum ein Urteil darüber. Aber ich nehme meine Umwelt als seltsam wahr, nachwievor. Ich habe übrigens keine Bullimie mehr, wiege aber noch mehr als je zuvor. Das Gewicht verrate ich nicht. Seit dem neuen Jahr probiere ich Intervallfasten aus. Mein Haupternährungsmittel ist Kaffee und Nikotinglimmstengel versetzt mit Teer und Blausäure. Davon sterbe ich zwar nicht, aber es ist auch schon so eine Art „Selbstmord auf Raten“ wie mal jemand zu mir zu sagen pflegte.

Jeden Abend im Bett denke ich dann aber darüber nach, dass ich ja eigentlich gar nicht mehr sterben möchte und so. Ich will noch so viel erleben und Dinge machen, Spaß haben und mich weiterentwickeln, meine Vergangenheit bewältigen und wieder Freunde finden, die mich jenseits vom Alkohol auch so bezaubern können. Seit zwei Jahren trinke ich keinen Alkohol mehr, was für mich wohl das beste ist, um keine Psychosen herauszufordern oder Katerdepressionen, die ich immer hatte.

Neben einer Therapie besuche ich seit gestern auch eine Selbsthilfegruppe für Depressionserfahrene. Mal sehen. Vielleicht bringt’s ja was. Und ihr so? Habt ihr mich schon vergessen oder wartet ihr schon so lange auf ein Lebenszeichen von mir? Kann ich natürlich verstehen. Die Liebe spielt keine Rolle zurzeit. Die Kunst auch nicht mehr so. Außer bunte Kratzbilder und hin und wieder ein Wasserfarbenbild produziere ich nichts. Meine Fantasie lebt sich in meinen Träumen aus in der Nacht, wenn ich schlafe.

So, das war’s auch schon wieder fürs erste. Mir gehen zwar noch mehr Dinge durch den Schädel, die ich euch mal von Zeit zu Zeit berichten könnte. Aber mehr dazu später. Hab euch lieb und gute Nacht.

Die Lisa (alias coffeeld)

Lang lang

ist’s her und doch wieder erkannt. Die Blogwelt muss natürlich erfahren, dass ich mir im Februar die Pulsadern aufgeschnitten und eine Überdosis Schlaftabletten genommen habe. Viel Blut habe ich nicht verloren und die Tabletten haben mich nur so benommen gemacht, dass mich meine Eltern zum Klo tragen mussten. Dann kam der Notarzt und im Krankenhaus wurden die Schnitte genäht und geklammert. Ich lag eine Nacht auf Station und am nächsten Tag wurde ich in die Anstalt gebracht, in der ich auch wegen der Schizophrenie letztes Jahr war. Ich war drei Wochen auf der geschützten und zwei Wochen auf der offenen Station. Danach Tagesklinik.

Das Leben geht halt irgendwie weiter. Im Moment hab ich zwar eine Essstörung (ich erbreche mein Essen regelmäßig nach dem Essen), aber keine Suizidgedanken mehr und so. Was ganz gut ist. Ich lebe mein Leben ohne besondere Vorkommnisse. Keine Psychosen, Halluzinationen, fremd- oder eigengefährdende Aktivitäten oder SVV bis auf die Bullimie. Die bekomme ich aber auch irgendwann noch wieder in den Griff. Das liegt halt alles daran, dass ich so fett geworden bin wegen der Medis. 107 kg bring ich zurzeit auf die Waage und ich hab schon 6 abgenommen. Mann Mann Mann.

Ja ja. So sieht’s aus meine lieben Freunde. Und ihr so?

Konsum

Also ich weiß ja nicht, wie es euch so damit ergeht, aber in meinem Leben dreht sich zum Beispiel fast alles nur um Konsum; was konsumiere ich wann, wie viel und wann das nächste. Wann konsumiere ich den nächsten Kaffee, die nächste Zigarette und das nächste Essen. Ja. Und das eigentlich nun schon ziemlich lange so. Ist mir halt mal aufgefallen.

System not working again

So. Lerneffekt lässt grüßen. Nachdem ich mein Leben in trockenen Tüchern geahnt hatte, passierte mal wieder dieses: die nächste heftige Rundumschlag-Psychose mit allem drum und dran, bis ich meine Eltern mit einem Messer bedrohte und zwangseingewiesen wurde. Jetzt sitze ich seit fast 3 Monaten in Psychiatrien rum und lasse mich behandeln. Von Koma bis Selbstmordanschlag und Nahtoderfahrung und himmelhochjauchzend habe ich alles mitgenommen.

Dem Bipolar Writer muss ich an dieser Stelle doch zustimmen: Ein Leben ohne Medikamente ist nicht mehr möglich für mich. An dieser Stelle hab ich Pipi in den Augen. Selbst schuld.

Ich kann mit Depot-Spritzen einmal im Monat behandelt werden. Hoffentlich gut. Krankenhaus dauert noch. Bestimmt anderthalb Monate noch.

Liebe Grüße an alle, die das lesen. Hab euch nicht vergessen und WordPress mich Gott sei Dank auch nicht. Bis bald.

I need to [share] this:

Maybe we should call the word “sharity” instead of charity, not to forget what it’s all about. Otherwise you might think about cherry tea only.

And maybe we should start teaching kids what “sharing” would mean originally before there were facebook, Instagram and Twitter accounts.

Do you know what I mean?