Fremdgehen

Fremdgehen: Ein Typ hat mal gesagt, das sei ein grundsätzlich eher männliches Problem/ Phänomen. Problem kann ja so oder so ausgelegt werden, aber ja, aktiv und passiv (also selbst sexuell betrogen werden) haben Männer wohl eher ein Problem mit Fremdgehen. Ist das denn überhaupt so oder versucht man uns das eigentlich auch nur einzureden?

Dass unsere Gesellschaft von Anbeginn so gut wie nur von Männern bestimmt worden ist, ist übrigens kein Fanatismus, sondern eine Tatsache. Dazu gehört auch die Errichtung eines sozusagen medialen Baugerüstes, das besonders auch der Erschaffung virtueller oder fantastischer Parallelwelten zweckdienlich ist, die vor allem ablenken und begeistern sollen. Bücher, Videogames, Fernsehen, Werbung, Nachrichten. Oder Filme zum Beispiel. Oh nein. Nicht schon wieder.

Ja ja, ganz genau.

Und in vielen, sehr sehr vielen Filmen, ja, da gibt es halt oft so einen Mann, der von einer Frau begehrt wird, dem irgendwann im Verlauf seines absurden Lebens aber dann halt noch eine Frau begegnet, die ihn tatsächlich dazu verführt, sich mit ihr zu begnügen anstatt mit der schon liierten, wogegen er sich natürlich überhaupt nicht wehren kann. Und dann stößt auch noch das alte Weib hinzu und beobachtet die ganze Chose und dann ist sozusagen alles im Arsch, in flagranti halt. Dann geht es im ganzen Anschluss nur noch darum, wie der betrügende Naivling versucht, seine Verschmähte zurückzugewinnen. Mit Erfolg. Denn ein Mann kann es sich durchaus erlauben, einer Frau so etwas Haarsträubendes immer und immer wieder anzutun.

Selten wird das Thema Fremdgehen von anderer Seite aus thematisiert. Und wenn, dann stirbt am Ende oft aufgrund einer Affekthandlung des betrogenen Mannes entweder der Liebhaber der Frau oder die Frau eben selbst.

Ich frage mich an dieser Stelle noch mal: Ist Fremdgehen wirklich ein eher männliches Phänomen oder versuchen Typen, Regisseure, Autoren, Künstler, Produzenten und so weiter uns das eigentlich nur so beizubringen, um ihr eigenes gedankenloses und privilegiertes Verhalten damit zu legitimieren und das der Frauen zu entwerten?

 

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SEX

Ok. Weil es einfach meine große Leidenschaft ist, Filme nach meiner eigenen deformierten Weltanschauung zu bewerten (meine Weltanschauung ist nicht deformiert, nur die von allen anderen (das nennt man auch negatives Externalisieren (vielleicht bin ich ein Narzisst, oh nein?))), muss ich Folgendes einfach mal wieder loswerden:

Filme haben irgendwie das Talent, im Schnitt so, genau ein Thema immer zu zentralisieren, das für den allgemeinen Verlauf der Geschichte eigentlich meistens von gar keiner Relevanz ist. Und dieses Thema ist ziemlich primitiv in meinen Augen:

SEX

Ich hab nichts gegen Sex, aber ich finde, Filme und einfach alle Medien rund um einen herum bewerten den total über. Das meine ich so ernst, wie man das allgmein nur so ernst meinen kann. Dabei läuft die Gesellschaft oft und schnell Gefahr, dies als absolutes Maß der Dinge anzuerkennen: Titten, Schwänze, Fotzen, Ärsche. Und darum denken auch viele nicht so gebildete Menschen, dass eben alles nur darum gehen würde im Leben. Ums Ficken.

Dabei stimmt das ja gar nicht.

Ich fühle mich schon seit langer langer Zeit total oversexed in dieser Gesellschaft. Wirklich. Jeden Abend muss ich mir irgendwelche Titten entgegenschleudern lassen, die ich gar nicht sehen will im Fernsehen, weil irgendwelche hormongestörten Sender wie DMAX oder ProSieben gar nicht berücksichtigen, dass auch andere Menschen vor der Glotze hängen als armselige kleine Wichsn00bs. Die Sender habe ich jetzt übrigens ganz hinten in der Programmliste eingereiht.

Aber jetzt noch mal zum Thema Filme: Das, haha, Wortspiel, Einbetten von Sexszenen in eben ein solches Gebilde ist für mich in den meisten Fällen nur der verzweifelte Versuch, einfach jedem etwas damit bieten zu wollen, selbst dem dümmsten unter den Zuschauern. Das ist total inkonsequent, banal und worthless.

Die ganz großen Filmemacher nämlich, die haben das alle gar nicht nötig. Echt mal.

Fernsehen macht Leute

Hier eine kleine Anekdote über durch Medien geschürte Ängste:

Vor einigen Wochen sah ich einen Report im Fernsehen über eine vermehrt auftretende Spinnenart aufgrund guter Umweltbedingungen, die die Population zum Wachsen bringen. Der Bericht sah dann vor, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um den – wirklich gigantischen – Riesendingern keinen Eintritt in die eigene Wohnung zu gewähren:

o das Anbringen von Fliegennetzen

o das Abdichten sämtlicher Türschlitze

o und bestimmt noch irgendwie sowas anderes

Daraufhin habe ich ein fettes Handtuch unter meine Tür gestopft und über Tage lang die Fenster nicht geöffnet. Nach einer Woche ungefähr fing ich dann wieder an, normal zu leben. Und: obwohl ich seit sechs Jahren hier wohne und seither nur einmal von einer halbwegs dickeren schwarzen Spinne heimgesucht worden bin, hab ich in der Folge natürlich ebenso keinen einzigen Besuch bekommen. Trotzdem:

Das Fernsehen versteht schon echt was davon, Ängste auch noch zu supporten. Ist doch voll dumm, oder? Und ich falle immer wieder drauf rein.