Murkse part what

Aus meinem dritten Buch Murkse. Wehe, das klaut einer. Dann gibt’s.


KNIETIEF

Ich erzähle euch eine Geschichte. Also. Und zwar habe ich mir überlegt, einmal zum Arzt zu gehen, also nicht, dass ich dies wirklich tun würde, zum Arzt gehen. Man sollte einfach nicht zum Arzt gehen, glaube ich, solange einem keine Sabber- oder Speichelfäden irgendwie aus dem Mund hängen vor lauter Verrecken, also hierzulande jedenfalls. Ärzte haben immer so etwas Menschen Herabwürdigendes an sich, als haben sie einmal alle Tierärzte werden wollen, in ihrem ursprünglichen Begehren halt und so weiter. Und wenn sie dann vor einem sitzen, vor einem Patienten also, der schon wörtlich lediglich auf Geduldigkeit reduziert wird in seinem mickrigen Wesen, und nun hören, wie Worte aus dessen Mund quellen wie hoffnungsvolle Blubberblasen, die sie, die Gottlosen in Weiß, herzlos mit ihren knochigen, garstigen Spitzfingern zerplatzen, dann kann man ihnen ganz genau ansehen, wie sie immer noch sich fragen, sie fragen sich nämlich, seit wann der Affe, der vor ihm sitzt, eigentlich sprechen kann.

So, und weil dies so ist, habe ich mir überlegt, einmal zum Arzt zu gehen, einfach darüber nachgedacht quasi. So und dann sitze ich beim Arzt, erst ganz lange und drehe Däumchen im Wartesaal und erstarre vor Unverständnis über geschlossene Fenster und zwanzig Millionen Viren und Keime und Bazillen um mich herum und über unfreundliche Tresentussen, die noch nicht richtig Stuhlgang hatten am Morgen. Und bald schon sitze ich dann auch vor dem Arzt sogar, nach einem Händedruck, jawohl, einem passablen Gruß und nachdem ich mein Gesäß ganz seicht und vorsichtig auf seinen Verhörstuhl geschmust habe, auf dem schon tausend andere Ärsche gesessen haben.

Dann erzähle ich ihm, dass ich verhältnismäßig meiner Ansicht nach wenig und ganz schlecht esse in den letzten Zeiten so, was ja schon Monate sind seit dem letzten Besuch logischerweise, da ich ja selten, fast nie zum Arzt gehe, und dass ich ja aber enorm viel scheißen müsste am Tag, mindestens dreimal. Ja und dann erhebt sich der alte Wurm in einer meiner endlosen zahllosen Hirnwindungen und lacht ein bisschen und sagt: Ja, aber seien Sie doch froh, mein Bester, andere fressen sich rund um den Tag zu, bis zum Umfallen quasi, und haben trotz allem Verstopfung!

So wie die Assistenten-Else am Tresen, denke ich nur, und stelle mir vor, wie sie sich auf irgendeiner Toilette einen abknüppelt, um noch viel Schlimmeres abzuwenden, eine Blutvergiftung zum Beispiel, oder dass ihr die Schmiere oben wieder herauskommt. Da kann sie wohl ja nichts für unbedingt und fast kann sie einem sogar leidtun. Ich gebe mir wirklich Mühe, ausgezeichnete sogar ernsthaft, aber ich schaffe es einfach nicht, beschissene Menschen mit Gold zu übertünchen, das liegt in meiner Natur so wie die Scheiße auf ihren Häuptern.

EINE KURZE AUSSCHWEIFUNG

Da fällt mir ein, dass man Gold sogar essen kann, pikfein und blättrig, habe ich mal gehört, in edlen Restaurants, auf dem Nachtisch serviert, oder so ähnlich.

Was sie einem dann sagen können, Ihre flüssigen Exkremente seien goldwert, Sie, Fräulein Wulst beispielsweise, die seit Tagen versucht, mittels Abfuhrsubstanzen an Schwabbelmasse zu verlieren, Sie da, mit Ihren vielen Ketten und Kugeln um den Gelenken herum (sind das Perlen? Oh ja, bei Gott, verzeih, das sind ja Perlen), die im Übrigen von sämtlichen Speckröllchen bereits bis in die tiefsten, unergründlichsten Abgründe hinein verschlungen worden sind, und das viel zu betonte Wangenrouge, diese Albernheit, eine Lächerlichkeit für sich, nein.

Jedenfalls, Ihre Scheiße ist nicht goldwert, mein liebes Fräulein Fettgeschwafel, ganz und gar, Ihre Scheiße ist einen Scheißwert, wenn Sie’s genau wissen wollen, genau wie die ganze andere Scheiße von diesen ganzen anderen unzähligen, zum Scheißen verurteilten Scheißhaufen hier in diesem beschissenen Scheißrestaurant es ebenso ist.

Die Wulst, die mit dem schlechten Wangenrouge und der ordentlichen Leibesfülle, verzieht daraufhin ein hässliches Gesicht, nachdem ich es ihr gesagt habe. Es wird ganz rot, um das Rouge herum, ihre Falten werden knöterig, ihre wulstigen Lippen spannen ganz straff und bedrohlich, und salziges, schmandhaltiges Wulstwasser spritzt ihr aus den Augen heraus, um den Brand zu löschen, der auf ihrem Knitterkopf entfacht. Ein heftiger, wütender Brand. Aber die Tränen aus ihrem Gesicht schaffen es nicht, den Brand zu löschen, und sie geht vollkommen in Flammen auf, wie ein dicker, fetter, rosafarbener Phönix (mit homosexuellen Neigungen), aus dessen Asche ein Sonnenbrillen tragender Pavian mit einer schwulen Clutch und einem Fascinator als Hut erwächst, direkt vor meinen blitzenden Augen.

Sein Name ist Moses.

Der Affe schüttelt sich wie in einem Hula-Tanz die Asche vom Körper, und sucht dann ganz wild in seiner Tasche, er steckt sich eine Eve zwischen die Zähne, diese langen, gebrechlichen Dinger (nicht die Zähne), er sieht sich um, tanzt und springt herum, bis er hinter einer Theke zum Stehen kommt, an der der Kellner heimlich versucht, die letzten Reste des Edel-Desserts oral zu verinnerlichen, die Frau Wulst ihm aufgrund eines frühzeitigen Verlassens übrig gelassen hat (sie galoppiert soeben auf rasanten Feuerwalzen ins mittelalterliche Europa hinüber, um dort Städte und Magier zu verbrennen).

„Hat hier irgendein Schwanzlutscher Feuer?“, fragt der Pavian wild in die Runde, mit einer so tiefen, bässernen Stimme, die so tief und bässern ist, dass der gesamte Saal zu vibrieren beginnt, ein durchdringendes Wackeln, bis in jede Brust und jeden Schoß hinein, egal ob männlich oder weiblich, Götzen wundersamer Schenkelfreuden, wie einer wie Wolle Koeppen es wohl sagen könnte vielleicht, ganz grauenhafte Literatur, und ein Triefen, das jeden Glut- und Feuerfunken jämmerlich erschlagen würde. Der Kellner meldet sich zu Wort: Oh, da sind wir ja aber wohl ein bisschen spät dran, was, Meister, die Geburtsstätte, das Feuer, dem Sie soeben entfleucht, das ist ja just passé.

Belassen Sie es dabei, Rauchen ist sowieso tödlich.

Moses aber sieht den Kellner entsetzt an. Er kurbelt, wie es an Spieluhren erinnert, ganz aufgeregt und pikiert seine Kiefer auseinander (dabei verliert er die Eve aus seinem Maul), er spuckt dem Kellner angewidert ins Gesicht und lässt anstelle einer süßen Kindermelodie die krude Frage ertönen, seit wann Arschlöcher denn sprechen können.

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System not working again

So. Lerneffekt lässt grüßen. Nachdem ich mein Leben in trockenen Tüchern geahnt hatte, passierte mal wieder dieses: die nächste heftige Rundumschlag-Psychose mit allem drum und dran, bis ich meine Eltern mit einem Messer bedrohte und zwangseingewiesen wurde. Jetzt sitze ich seit fast 3 Monaten in Psychiatrien rum und lasse mich behandeln. Von Koma bis Selbstmordanschlag und Nahtoderfahrung und himmelhochjauchzend habe ich alles mitgenommen.

Dem Bipolar Writer muss ich an dieser Stelle doch zustimmen: Ein Leben ohne Medikamente ist nicht mehr möglich für mich. An dieser Stelle hab ich Pipi in den Augen. Selbst schuld.

Ich kann mit Depot-Spritzen einmal im Monat behandelt werden. Hoffentlich gut. Krankenhaus dauert noch. Bestimmt anderthalb Monate noch.

Liebe Grüße an alle, die das lesen. Hab euch nicht vergessen und WordPress mich Gott sei Dank auch nicht. Bis bald.

es war einmal

eine geschichte. ein märchen. ein fairytale. aber das mädchen entschied sich dazu, es unfairytale zu nennen stattdessen. und die geschichte beginnt. aus dem krankenhaus. ich mag keine vielen kurzen sätze hintereinander, also hier mal ein längerer. jedenfalls wird das mädchen nach seinem selbstmord am 20. mai viele neue gedichte auf seiner seite veröffentlichen, bis die zeit auch wieder rum ist und neue geschichten irgendwie schon losgetreten werden.

#1

der vogel kämpft sich aus dem ei
das ei ist die welt
der welt ist einerlei
was dem vogel dran gefällt

der vogel ist allein
wohl ganz und gar verloren
er möchte flügge sein
wie einmal neugeboren

das ei ist die welt
sie zwingt ihn zu verstehen
dass alles bald zerfällt
ein kommen und ein gehen

cut . no more english titles please

ich weiß jetzt zumindest, warum ich eine psychose hatte.

weil mir eine inkompetente ärztin zu einem sehr ungünstigen zeitpunkt diazepam verschrieben hat.

wenn ich einen tipp geben darf an alle menschen da draußen, dann rührt dieses medikament niemals an in eurem leben.

die auswirkungen kosten mich bis jetzt fast ein ganzes lebensjahr. 4 psychiatrie-aufenthalte und mehr selbstmordabsichten als in meinem ganzen leben zuvor und die waren auch nicht gerade unerheblich. die intensität hat mich verändert. mein wesen hat sich verändert. ich habe heute noch halluzinationsträume, nachts höre ich manchmal stimmen, und die sind meistens bedrohlich, nicht nett.

ich musste sogar das gehen neulernen nach dieser krankheit und habe zu anfang nur ein paar schritte ertragen mit dem vielen haldol. das ist eine tragödie.. oder ein wunder, dass es mich noch gibt. es ist ein riesenkrampf, immer noch, mich darauszuwinden. noch immer ist meine konzentration schlecht, obwohl ich seit ein paar wochen wieder lesen kann, halbwegs. aber auch nur simple texte. meine texte hier werden wohl auch ziemlich simpel bleiben in der nächsten zeit, aber es ist ein anfang, den ich grade mache, ein neustart.

man sollte jeden arzt verklagen, der diazepam verschreibt.

natürlich ist es am einfachsten, alles darauf abzuwälzen, es gab ja auch noch andere faktoren, aber die hätten zusammengenommen ohne das medikament keine psychose ausgelöst, nur gefördert.

whatever the fuck

was nutzt das viele weinen, so viel tränen in den letzten tagen

das einzig gute, was mir meine betreuerin geraten hat übrigens ist, mich von all dem dreck zu entfernen, was ich nicht mehr brauche an arznei und so habe ich ziemlich früh noch vor meinem nächsten selbstmordwunsch die haldol-flasche weggeworfen.

ich habe sehr oft im nachhinein darüber nachgedacht, wie am liebsten ich doch diese flasche wieder hätte, um es so leicht wie möglich zu machen.

jetzt bin ich in einer reha und ich kämpfe und kämpfe noch immer weiter

aufrichtige, liebe und dankbare grüße an alle, die das kümmert

inception inception

I can’t watch any movies any more cause I’ve created all my own.

Worst part of paranoia: I thought I was in a tenth part of inception like in a dream in a dream in a dream in a dream in a dream in a dream and so on…

Lisa, wake up. This was on my mind. All the time. Till the end of inception. I found out myself after 18 km of walking through days and nights and fields and forests through thorns and trees and any jungle plant out there. Scratches everywhere.

I’m happy I’ve found my way out. And I had my own soundtracks as well, but I can’t listen to, it’s the radio music and viva charts which were played all the time. I’m just remembering things.