Eine dumme Gesellschaft schreibt natürlich sofort Bücher über Macht an sich reißende Frauen und über die von ihnen gewaltvoll beherrschten Männer, was in der Zukunft ja nur so passieren kann. Und nicht irgendwie anders.

Ich werde einfach das Gefühl nicht los, dass die Emanzipation der Frauen immer noch akut als Bedrohung wahrgenommen wird zu großen Teilen hinter vorgehaltener Hand. Aber vermutlich irre auch ich mich mal in meiner abwegigen Strangeness rund um dieses verfickte Thema.

Gestern irrte ein alter Mann auf mich zu, der sichtbar von der Damentoilette gekommen war, um mir mitzuteilen, dass das Licht auf der Herrentoilette kaputt sei.

Bis ich den Zusammenhang kapierte, belustitgte mich der Gedanke, dass er mich wohl nur für Personal halten musste und dann kam auf einmal der Geistesblitz und meine Belustigung wurde zu Trübsal und gleichsamer Beschämung darüber, dass der geplagte Mann aus dem unendlich schamvollen Gefühl des Beobachtenwerdens heraus genauso peinlich gerührt vor mir Rechenschaft darüber algelegt hatte, die Damentoilette bentutzt zu haben.

Dies ist ein so wahres und gleichzeitig verstörendes Abbild einer so verstörend schizophrenen Gemeinschaft einer zu Cyber-Future und auf der einen und peinlich altertümlichen Traditionsabfällen auf der anderen Seite immer noch keine für uns Trolle harmonische Gegenwart gezaubert hat.

Der fucking Vogel kämpft sich immer noch aus dem Ei.

Lange, lange und es kleben immer noch alte Bruchstücke der Schalen an seinem gebrechlichen Arm.

Advertisements

wow

gerade wollte ich einen kurzen eintrag schreiben über einen – endlich mal wieder coolen song, der im radio gespielt wird, und wenn ich nicht darüber recherchiert hätte, dann hätte ich mir auch nicht den clip dazu angesehen und diese idee somit wieder verworfen, denn oh welch großes wunder, entweder hattest du einen ziemlich miesen image-berater in dieser hinsicht oder du bist von natur aus einfach nur mega unemanzipiert, miss dua lipa, dass du es für nötig erachtest, dich zu einem so angesagten song trotzalledem so mega nuttig zu bewegen.

ihr seid doch alles sklaven eurer eigenen beschränktheit.

dua lipa – (can’t) be the one, b*tch

 

I just can’t understand why we’re going on …

zwei der dinge, die mich sehr beschäftigen in freizeit und alltag, sind erstens filme und zweitens die rolle/ bedeutung von mann und frau und alles, was noch dazwischen sein mag, in der gesellschaft. und weil diese zwei dinge sehr oft miteinander kollidieren, schreibe ich heute über beides.

Weiterlesen

meine gedanken verwandeln sich nicht in paranoia

Das Stilmittel mit der Clownsmaske ist so fies und schlecht wie das eines laufenden Cartoons auf einem im Hintergrund einsehbaren Fernsehapparats in einer Szene eines Films, der in irgendeiner Weise mit ernsthaften Verbrechen zu tun hat. In dem Cartoon sieht man dann, wie eine Comicfigur eine andere jagt und sie sich gegenseitig zu Klump hauen, weil die überspitzt dargestellten Formen der Gewalt dahinter so faszinierend komisch sind. Fast jeder Film, der nicht irgendeine bekloppte Liebesromanze ist, handelt aus irgendeiner Sicht von Gewalt, von Dominanz und Unterwürfigkeit und von seltsamen Bedrängnisnöten, die aus psychischer oder physischer Gewalt hervorgehen. Ist euch Wichsern eigentlich schon mal aufgefallen, dass am Ende fast immer eine junge, gut aussehende Frau die einzige Überlebende eines Massakers in einem Horrorstreifen ist? Und diese Frau ist darüber hinaus auch noch relativ intelligent, nicht so sehr, dass man das jetzt irgendwie auffallend schlau finden würde, aber sie ist eben auch nicht so hirnverbrannt wie der Rest der Frauen, die zur Gruppe gehören, von denen einer nach dem andern abgeschlachtet wird. Wisst ihr, was ich meine? Und wisst ihr auch, woran das liegt? Weil Männer so geil darauf sind, ihren Überlebenskampf zu verfolgen und sie dabei zu beobachten, wie sie von dem Monster, was sie töten will, malträtiert und gefoltert wird und zwar bis zum Filmende, damit sie lange was davon haben. Nicht die Folter ungefähr, sondern der Kampf dagegen ist so anregend zu sehen und wie sie sich wehrt und dann doch entkommt, steuert ihr eine vermeintliche Stärke bei. Eigentlich aber ist sie nur ein Veranschaulichungsobjekt für die Verfolgung, Ächtung und Niederwerfung ihres Geschlechts. Schließlich schafft sie es erst in der letzten Filmsequenz, ihrem Peiniger einen Todesstoß zu versetzen. Das hätte sie auch schon viel früher gekonnt, weil sie ja nicht dumm ist, aber die Männer hätten dann nicht so die Möglichkeit zur Befriedigung ihrer natureigenen Fantasien und Triebe.

total toll

ein bildhaftes beispiel für die belanglosigkeit von frauen in dieser.. zurückgebliebenen entwicklungsbedürftigen welt:

die dt. nationalmannschaft im frauenfußball gewinnt das viertelfinale haarscharf im elfmeterschießen und auf gmx steht unter den top-3-schlagzeilen neben grexit und tunesien-terror: götze, wie cool ist das denn! frustrierter fifa-spieler zerstört controller – und mario spendet trost.

grexit wird übrigens das unwort des jahres. hoffentlich.