voll Öko Mann

Was würde die Teebranche eigentlich davon halten, wenn man denen sagt, dass man Teebeutel auch zweimal benutzen kann?

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Kurt Cobain hat mal gesagt, ach wisst ihr was, ihr könnt euch das auch selbst ansehen: This is all my fucking life so why complaining at all.


Also wenn ich auf einmal ganz viel Kohle hätte, könnten zwei Dinge passieren: Entweder ich strebe das verantwortungsbewussteste Leben überhaupt an und kaufe nur von der allerbesten Qualität, ökologisch, fair und mehr als gut bezahlt unter den sozialsten und menschenwürdigsten Bedingungen der Weltgeschichte oder ich kauf mir eine Tonne Heroin und leb noch auf fantasievolle Weise das Ende meiner bescheidenen Tage in einer vollkommen sinngemäßen Ekstase und Aufregung.

Geschichten aus dem Hartz

Liebe wohltuende Gemeinde,

Gott verdammt, ich habe einfach keine beschissene Ahnung, wie man so eine tolle Predigt schreiben sollte, ehrlich mal, und ich kann mich auch kaum wohl so irgendwelcher romantischer Ausdrucksformen bedienen, die euch, aus aktuellem Anlass vielleicht, an weihnachtliche Kirchgänge erinnern könnten. So bin ich halt nicht. Romantik ist doch bloß eine geheuchelte Idiotie und nur was für Zartbesaitete, Weichgekochte, Träumer und Schöngeister unter allen Verlorenen da draußen, wenn ihr mich fragt – und sie untergräbt jede denkbare Form der Realität eiskalt. Bamm. Das knalle ich euch jetzt so vor den Kopf und das als jemand, der eigentlich selbst danach strebt wie so ein hoffnungsloser Blumenfreund namens Ferdinand zum Beispiel. Ich bin übrigens auch Stier, haha.

Die Welt ist grausam – und schön – zu gleichen Teilen.

Aber darum geht es nicht. Es geht diesmal um das pure Leben an sich und damit will ich meinem Blog-Untertitel halt mal ausnahmsweise etwas gerechter werden. Wenn ich mal ganz ehrlich zu mir bin, ja, dann halte ich mich mit Informationen aus meinem eigenen Leben über Gesundheit, Job, Familie und Freunde ja oft ziemlich arg zurück hier. Das hat auch seine Gründe. Aber daran will ich heute etwas ändern und mir damit anmaßen, zu einem winzigen, dezenten Sprachrohr für einen Bruchteil unserer Gesellschaft zu werden, der so stigmatisiert – gebrandmarkt – und verachtet wird wie kaum ein anderer neben ehemals Schwulen, Lesben, Transsexuellen oder Nutten, und der weiß Gott nur stinkend auf seinem Sofa sitzt.

Also, richtig geraten, es geht um die Arbeitslosengeld-2-Beziehenden in Deutschland, unserm tollen, ehrwürdigen Land (was wirklich große Vorzüge hat und ich bin dankbar, wirklich), anders gesagt um die Hartz-4-Empfänger unserer Nation, zu denen ich mich selbst zähle, verdammt. Ja, ich gehe nämlich keiner beschissenen Tätigkeit nach, die unserer Wirtschaft finanziell irgendwie dienlich sein könnte. (Finanziell). Stattdessen setze ich auch noch auf die Unterstützung des Staates selbst, um damit meinen Unterhalt bestreiten zu können, und lebe sozusagen auf Kosten anderer, stärkerer Individuen da draußen, weil ich mich selbst auf den Stapel der schwächeren packen würde. So ist das.

Und im facettenreichen Angesicht der Tatsachen, von angehenden Möchtegern-Bundeswehroffizieren als Sozialschmarotzer beschimpft zu werden, die es nicht mal schaffen, ihr Abitur voll zu machen, schreibe ich nun über diese kleine, einsame Schwäche.

Mit dieser Schwäche nämlich, die mir das Arbeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt beinahe so gut wie unmöglich macht in meinem Normalzustand, gehen meine emotionale Instabilität, meine psychotischen Auseinandersetzungen, meine Persönlichkeitsstörung und mein starkes Bedürfnis nach Rückzug, Ruhe und Besinnlichkeit einher, was viele auch als Müßigkeit bezeichnen würden – und Karl Heinz Erzkonservativ hat schon einen passenden Spruch parat über aller Laster Anfang. Das mag auch wohl so sein, für viele. Für andere kann Ruhe und Rückzug aber auch eine neu gewonnene Form der Mentalität bedeuten und damit bis in einen spirituellen Glaubensansatz hineinführen, den es wirklich gilt, auszuprobieren, wenn du irgendwann merkst, dass dich der Druck der Gesellschaft anfängt auszusaugen bis auf den letzten erbärmlichen Tropfen Blut in deinem armen, geschundenen Körper.

Müßigkeit bedeutet auch Zeit und Zeit ist die pure Konzentration auf sich selbst und das ist das wichtigste im Leben zu lernen, sich selbst in seiner freien Zeit wertzuschätzen und liebevoll mit sich umzugehen. Davon kann ich noch keine Lieder singen, aber zumindest bin ich dabei, zu erfahren, was ich für eine gute Lebensweise brauche. Das sind so viele Dinge, die so sehr ins Detail gehen, dass ich euch nicht damit langweilen will. Sport gehört auf jeden Fall dazu.

Mein Dasein als Hartz-4-Empfängerin seit meiner potenziellen Erwerbsfähigkeit ist auch gezeichnet von entwertenden Reaktionen und Angriffen auf meine Persönlichkeit: Wie, was machst du mit dem ganzen vielen Geld? fragt irgendsoeine unreflektierende Arbeitskollegin mehr als entrüstet, als ich ihr von dem Regelsatz erzähle. Was am Ende abzüglich aller laufenden Kosten davon übrig bleibt, ist ein Hauch von Nichts und manchmal sogar noch weniger, nämlich nur noch ein ausgekotzter Haufen von Scheiße. Davon ahnt sie aber nichts, weil Rechnen ist nicht so ihre Stärke und die Sendungen über Frauentausch findet sie sowieso viel geiler und aussagekräftiger als die Worte eines wirklichen Gegenübers.

Die Liste meiner Wünsche von unrealisierbaren, da schlichtweg unbezahlbaren Gegenständen wird immer länger. Obwohl ich von Weihnachten, wie es von der kommerziellen Marktwirtschaft einfach nur zerstört wird, auch nicht besonders viel halte, ist es schon irgendwie ernüchternd, nicht ein beschissenes Geschenk besorgen zu können zum ersten Mal in meinem Leben, was daran liegt, dass ich am Existenzminimum angelangt bin und die paar Reserven, die ich bislang immer hatte, nicht zuletzt wegen meiner Psychose letztes Jahr aufgebraucht sind. Ich hab mir zum Beispiel dieses und letztes Jahr Urlaub und den Ausbau eines Gästezimmers bei meinen Eltern für schlechte Zeiten genehmigt, also zwei für mich sehr gesundheitsrelevante Dinge.

Nun aber zu dem ursprünglichen Anlass meines wehklagenden, fast nicht erträglichen Blogeintrags: Damit ich ab Januar 2018 Geld vom Jobcenter bekomme, muss ich bis zum 29.12.17 eine Heiz- und Nebenkostenabrechnung vom Jahr 2016 dort einreichen. Das ist das erste Mal in 7 Jahren, dass das erforderlich sein soll. Seit 7 Jahren wohne ich in der gleichen, erbärmlichen Wohnung, die ungefähr 32 qm misst und heftige 250€ Warmmiete im Monat verlangt, davon 60 mickrige Euro Nebenkosten. Nicht mal ein Scheiß-WG-Zimmer in Berlin ist so billig wie meine Ranzbude, die ja eigentlich doch sehr gepflegt und sauber ist, nur, die umliegenden Verhältnisse wie Hausflur und Hof sind es leider nicht. Wie auch immer. Damit das Jobcenter also prüfen kann, wie viel Geld von den Nebenkosten es stattdessen noch einbehalten darf wegen der vom Mieter eigentlich selbst zu tragenden Warmwasserkosten, wirft es mich dieser Tage in ein solches beunruhigendes Unterfangen. Bei einer, wohlgemerkt, Nebenkostenpauschale von 60€, für die ich in 7 Jahren nicht eine einzige beschissene Abrechnung bekommen habe.

Nun ja, dann tu das doch einfach und heul nicht rum, denkst du vielleicht. Der Punkt ist aber der: Mein Leistungsanspruch wird weiterhin nicht bearbeitet, solange das Dokument nicht vorliegt. Das bedeutet, gesetz dem Fall, ich würde es auch nur bis zum 29. schaffen, das Ding dort einzureichen, muss ich sowieso und bestenfalls einen Monat lang über warten, damit das Amt das Geld bezahlt. Das bedeutet, dass ich im Januar kein pünktlich Geld bekomme und im Dezember eh schon lange Flaute ist.

Grund dafür ist halt auch das unkooperative Verhalten meines Vermieters, was eine zeitige Beschaffung dieser Unterlagen wirklich unmöglich macht.

Dies sind also meine Geschichten und Wehklagen aus dem Hartz, jaja, die trivialen Leiden der jungen Arbeitslosen.

In diesem Sinne wünsche ich allen faulen, stinkenden Marginalitätsgenossen da draußen frohe, beschissene, äh, besinnliche Weihnachten. Ich zieh mir jetzt erstmal Disintegration rein, completely the album, the pure cure. Das wurde auch zu Weihnachten gebastelt. Thanks, Robert.

Spendenaktionen

Warum fragen die ultimativen Hilfsvereine eigentlich nicht mal die ultimativen Großkonzerne wie Coca Cola, Nestlé oder MC Donald’s z.B., um an massig Kohle zu kommen, statt immer den kleinen blöden Mann vorm Fernseher – Eine Riesenscheißspendenaktion von denen und SOS-Kinderdörfer oder WWF würden uns nie wieder auf den Geist gehen.

Würden die sich etwa dagegen wehren, Mann? Kann das sein, dass ein so verantwortungsbewusstes Unternehmen wie Cola Organisationen zur Entwicklung und Fertigung kinder- oder tierfreundlicher Bedingungen jegliche Unterstützung verweigern würde? Kann das?

Supermarktwirtschaft

Ich hab in letzter Zeit ständig so neue Ideen zu innovativen Diensten oder Produkten in der Wirtschaft, vor allem seit ich Höhle der Löwen und Shark Tank manchmal konsumiere. Da fallen mir die lustigsten Sachen ein. Aber ich will nicht alle davon verraten, damit ihr mir die besten davon nicht klaut, ja.

Zum Beispiel würde ich einen Supermarkt entwickeln, der sich nur auf die klassischen Varianten von Ware spezialisiert. Da würde es dann nur Philadelphia als Frischkäse geben und keine so überflüssigen Kräuter-, Gemüse- oder Krabbengeschmacksrichtungen. Wisst ihr, was ich meine? Also es würde auch nur Fanta Orange geben und keine Wasserschorlen mit Ingwer oder grünem Tee. Und Milka Alpenschokolade ohne Rosinen, Nüsse, Cornflakes, Beeren, Kekse oder Smarties, damit die Kunden halt echt mal wieder aufs Wesentliche konzentriert werden. Butter ohne Salz und Trüffel und nur 3,5 % fetthaltige Milch. Ist doch voll klar, Mann.

So. Diese Liste könnte ich jetzt noch endlos fortführen. Ob dieses Konzept wohl Bestand hätte in der heutigen Gesellschaft oder erscheint das alles doch zu farb- und variationslos? Kann ein Supermarkt bzw. ein Markt völlig ohne Super auch ohne Klimbim oder gibt es einfach nicht genug Rentner, die im konservativen Zeitgeschehen davon Gebrauch machen könnten, oder sterben diese Leute sowieso alle bald aus?

Was haltet ihr von meinem bahnbrechenden und revolutionären Shopping-Konzept, hä?