Liebe Süchtige,

eigentlich…

ist Facebook ja der größte Traum jeder Freiheitsdenkerei und aller möglichen Unterhaltungs- und Austauschformen, die wir so alle haben können, wenn ich halt mal ganz ehrlich bin.

Das ist wirklich so und das ist weder geheuchelt noch übertrieben gemeint.

Before the Common Era

In meinem verqueren, digitalkonservativen Denken habe ich das aber auch lange nicht so gesehen, wirklich. Jetzt, seit ich voll die Facebookhure geworden bin, fallen mir ständig so komische Dinge auf, wie sie zum Beispiel – forget about Jesus and stuff – in der Zeit vor Zuckerberg in fachspezifischen oder Musikorientierten Foren stattgefunden haben: Alles eine Sache der Selektion und Klassenunterteilung, wenn ihr mich fragt, wenn Scheiß-Dark-Wave-Freunde nur unter sich und Haushaltsmuttis dort und BDSM hier und Sklaven da und und und, dann… sind doch alles bloß Sklaven ihrer eigenen Beschränktheit in the end, verkünde ich dann mal wieder total stolz über diese tolle Metapher. Ja.

Das ist nämlich so. Die Arroganz, die in solchen „Fachkreisen“ vorherrscht, unter sich vereinten Gleichgesinnten sozusagen, die ist so eklig und stinkend wie die Restmülltonne vor meiner Haustür, und da wird halt auch nicht bloß Restmüll reingeworfen, wenn ihr versteht, was ich meine. Deshalb. Aber jeder Müll hat halt auch irgendwie die gleichen Rechte und Werte, sonst wäre es ja kein Müll, und der Stadt ist auch ziemlich scheißegal eigentlich, was die Leute da alles so reinwerfen.

King Comedy und seine hohlen Minister

(Oder auch: Caesar und der Senat)

Wenn ich an meine Forenfreaktime zurückdenke, dann erinnere ich mich zum Beispiel hieran:

Da gab es so stinkende mods und admins, die konsequent als Hüter der Dialektik und des Anstands (abgesehen von der überragenden arrogance weit und breit) immer unmittelbar mitgemischt haben. Wenn jemand geschrieben hat, du bist eine blöde, fette Kuh, dann wurde das entweder von den Moderatoren oder vom Administrator selbst sofort gelöscht und es gab irgendwie eine dämliche Verwarnung. Bei spätestens dreien davon ist man dann geflogen. Das ist aber nicht so der Punkt.

Die Ordnungshüter sind allgegenwärtig und trotzdem Teil der spezifischen Gemeinschaft, aber sie haben ein besonderes Amt und stechen von daher viel zu sehr heraus. Das ist ja hierarchisch gesehen nicht so vertretbar, wie ich finde, ungefähr so wie damals die ganzen Juden auch, die in den KZs als polizeiliche Aufseher auserkoren wurden von den Nazis, um ihre eigenen Leute zu verpetzen (Kapos nennt man die auch, Link Wikipedia). Bei Facebook löscht das System anonym feindselige comments, die von jedem Nutzer gemeldet werden können.

Ein Punkt ist auch dieser hier: Diese absonderlichen Mods (ich wollte auch mal einer werden, um mein Ansehen zu verbessern) behalten sich immer das Recht vor, egal wie aufzuräumen in ihrer kleinen Klokabine und ihre „threads“ topic-bezogen frisch und rein zu halten, was ja auch irgendwie Sinn macht. Es ist aber keine Unterhaltungsfreiheit, wenn eine Diskussion so weit abschweift, dass ein fuck-mod oder andere Shit-User irgendwann ein fucking Off-Topic-Schild in die Höhe halten und die ganze Chose zum Stillstand bringen. Oder einfach knallhart löschen oder irgendwohin umverlegen. Für jedes Thema muss ein eigener Bereich geschaffen werden, selektiv mal wieder, was sonst. Und damit ein User nicht zu viel herumspammen kann in seinem narrativen Wahn, werden Anti-Spam-Schutz-Barrieren aktiviert, die 60 Sekunden lang eine Schreibsperre nach jedem geposteten Beitrag des Users verhängen. Fett.

An dieser Stelle bitte mal eine Schweigeminute für alle unterdrückten Redebürftigen da draußen.

Das ist doch Zensur auf höchstem Niveau !!! Hahaha !!!

Variety needs conversation

Facebook vereint anders als alles andere alles unter einem Hut (haha, Mega-Wort-Style) und überlässt jedem die Chance, die „Fäden“ (in Foren nennt man das halt „threads“) selbst zu ziehen. Mann, bin ich rhetorisch.

Unter jedem der eigenen Beiträge oder denen der anderen kann eine ziemlich vielfältige Diskussion entstehen zwischen Menschen, die auch aus allen Schubladen dieser Welt kommen (Schubladendenken, ja ja, halt die Fresse). Dadurch kann man sich vor allem auf sozialer Schiene weiterentwickeln, aber auch auf informativer und bildender und somit neuen, außergewöhnlichen Wissensinput wahrnehmen, auf den man so nie selbst gekommen wäre.

Für alle, die es dann doch privat und intim bevorzugen, stehen geschlossene Gruppen zur Verfügung. Perfect.

Der Feind in meinem Browser

Jetzt fehlt eigentlich nur noch eins, meine lieben Internet-Junkies like me. Und zwar: Der überdimensionale Anker-Haken. Genau.

Facebook ist nämlich ein riesengroßes, amerikanisches Unternehmen.

Und der Amerikaner, wie ihr ja alle bereits wisst, ist ja de facto nicht bloß fett und blöd, sondern auch sehr böse in seinem ungewissenhaften, unfortschrittlichen, verantwortungslosen Handeln und Denken. Und weder ist er besonders freundlich zur Umwelt noch zum Tierchen oder vielleicht zum Menschen an sich. Nur die Tiere von Oberklassenmenschen bekommen teure Designer-Pullover und Puschen. Es gibt sogar gated communities in den USA und Technologien und Software, dank derer Menschen aufgrund kriminalstatistischer Auswertungen und Prognosen festgehalten und über eine lange Zeit als suspects getreatet werden dürfen, weil die Maschine auch deinen Umgang mit anderen (kriminellen) Menschen aufzeichnet und dadurch dein kriminelles Potenzial ermittelt.

Das mit den Kameras lassen wir mal außen vor.

Facebook verstößt gegen die Datenschutzbestimmungen der EU. Das sind überhaupt keine big news oder verwunderliche mehr oder irgendwie was und als sie vor 2 oder 3 Wochen im Radio liefen, musste ich lauthals darüber lachen (Wer hätte das denn verdammt noch mal gedacht, so was?).

Wer sitzt aber im Endeffekt immer am längeren Hebel? Der Idealismus? Ganz bestimmt!

Ich habe mich dazu entschlossen, trotzdem mehr blauzufärben in zynischen Zeiten der Schwarzmalerei, und freue mich über jede strahlende oder auch weniger kraftvolle Farbe, die mir dabei über den Weg läuft. Jippi. Rot, Gelb, Grün, Beige, Braun, aber vor allem:

 

R A I N B O W.

 


miniature pencils


Which is truly totally gay. Man.

Bis bald,

eure stinkende coffeeld

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AMERICAN SHITFLUENCE

Ein wichtiger Beitrag über die Rolle der Frau – Please read and think about

AMERICAN SHITFLUENCE

Liebe Gemeinde

Heute werde ich zwei Kapitel euch nicht vorenthalten, die zu verfassen ich mich berufen gefühlt habe. Es geht um die – wer hätte das gedacht – die Rolle der Frau.

Also im ersten Kapitel werde ich mich der Rolle der Frau in der Filmindustrie widmen. Und in dem zweiten der Rolle der Frau in der Werbeindustrie.

American Shitfluence. Natürlich kann ich nicht genau sagen, zu wie viel Prozent diese beiden Rollen von der amerikanischen Seite aus geprägt werden, aber ich beziehe mich zum einen mal auf Hollywood und Co. und zum andern auf die Werbespots von Produkten, hinter denen immer noch große, amerikanische Konzerne von Welt stehen, was viele gar nicht wissen.

So ist das halt.

Also.

Kapitel # 1

Die Filmindustrie

Gestern war ich mal wieder im Kino. Eigentlich liebe ich Filme über total alles in der Welt, nur, ins Kino gehe ich nicht besonders oft, nicht, weil mich die ganzen vielen Leute um mich herum dabei so heftig annerven immer, sondern weil ich auch gar nicht die Überzeugung habe, für irgendeinen Blockbusterbullshit ins Kino zu gehen und Geld dafür zu bezahlen.

Gestern habe ich mir aber The Circle angeguckt, mit Hermine Granger, die finde ich als eine von wenigen Schauspielerinnen ziemlich gut, weil sie meiner Meinung nach ziemlich intelligent und fortschrittlich ist. Politisch und gesellschaftlich, wirtschaftlich und menschlich.

Nun habe ich The Circle gesehen und bin von der Botschaft nicht überragend begeistert, was daran liegt, dass die Überwachungsschiene gar nicht wirklich abgelehnt wird von der Protagonistin. Transparenz ist zwar toll und wichtig, aber die Abschaffung jedweder Privatsphäre nicht so.

Nun gut. In den Previews des Films habe ich dann eine Menge Eindrücke über die kommende Filmunterhaltung gewonnen: Ein ganzer Haufen großer, teurer Megakracher steht da auf dem Programm. Also vermeintlich. Mir fällt dabei unweigerlich immer jedoch auf, dass sich an der Emanzipation der Frau nichts, aber auch wirklich rein gar nichts ändert. Die Filme handeln wie gehabt von großen, beachtenswerten Männern – sogar die Disneyfilme/ Animationsfilme. Ein Disneyfilm, der sich mit Frauen beschäftigt, zeichnet die Frauen dann meistens auch nur als… Prinzessinnen. Oder wie auch immer. Poccahontas, Mulan, die Schöne und das Biest, Cinderella, Schneewittchen vermitteln uns das Bild von Beautybabes, die vor allem nach einem streben: Der Errettung durch einen Prinzen.

Egal, ich wollte gar nicht über Disney schreiben, obwohl Disney einen so überdurchschnittlichen Einfluss auf alle unsere Kinder nimmt, das solltet ihr euch mal vor Augen führen. Sobald es dann irgendwie um Coolness oder Witz, Heldenhaftigkeit und Dynamik geht, kommen männliche Protagonisten zum Einsatz wie z.B. – die Beispiele sind leider endlos.

Also. In den Previews habe ich auch von Filmen mit oder über Frauen erfahren. Ein hervorragendes Beispiel für die Herabwürdigung unseres Geschlechts: Bad Moms 2. Von dem ersten habe ich Gott sei Dank noch gar nichts mitbekommen. Also – der einzige, sich fast ausschließlich Frauen widmende Film handelt von ziemlichen Chaos-Bitches, die als Mütter das Weihnachtsfest verwerfen und stattdessen voll einen drauf machen. Das Haupt-Statement, was mir dabei als Zuschauer im Trailer entgegengeschleudert wird, ist folgendes: Mütter genießen nicht, Mütter sorgen dafür, dass alle anderen genießen können.

Das spiegelt ja ausgezeichnet das Wesen einer Frau als Mutter wider. Americano sei Dank.

Das Bild der Frau bleibt unangetastet wertlos: Die Frau als Beistellstück, Zierobjekt, sexuelle Anregung usw. ist immer noch die Wahl Nummer 1 bei der Gestaltung neuer Megamovies, für die sehr viel Geld ausgegeben wird.

Ein Zwischenkapitel

Mir ist auch mal etwas sonderbares bei der Konsumierung von amerikanischem Fernsehen aufgefallen: Und zwar sehe ich mir extrem viele True-Crime-Sendungen an, die von echten Verbrechen handeln, die zumeist in Amerika stattgefunden haben. Mir ist aufgefallen, dass bei der Erläuterung der Lebensläufe von darin auftretenden Frauen alle Nase lang die Ausbildung zur Krankenschwester erwähnt wird, als würde es nur verdammte Krankenschwestern in den USA geben. Wirklich habe ich den Eindruck, dass jede zweite Frau, mindestens, die jetzt nicht gerade in der obersten Liga mitspielt, entweder Krankenschwester wird – oder Lehrerin/ Erzieherin. Oder in einer Frittenbude arbeitet. Vielmehr können amerikanische Frauen nämlich nicht.

Kapitel # 2

Die Werbeindustrie

Fast noch übler wird mir bei dem Konsum von Fernsehwerbung. Das liegt aber mehr daran, dass ich mir immer über die spezielle Zuschneidung des Werbeprogramms auf das entsprechende Hauptprogramm bewusst bin, d.h. bei Sendungen, die wohl vornehmlich von Frauen gesehen werden, laufen dann auch die entsprechenden Spots über folgende Produkte: Waschmittel, Schönheitskosmetik, Ernährung und Ikea. Da fühle ich mich glatt beleidigt.

Jede Kosmetikwerbung regt dazu an, die Schönheit der Frau zu optimieren, auf die sie in meinen Augen nach wie vor reduziert wird. Ich muss mich dann damit abfinden, mich für Achsel- und Beinhaare zu rechtfertigen. Ach übrigens, ich benutze auch kein Make-Up, null. Wahrscheinlich bin ich eh ein Mann im Geiste, oh nein. Oder kann nur eine Lesbe sein. Ich bin übrigens nicht lesbisch, nicht mal ansatzweise. Und meine Haare sind kurz und bleiben auch so, allein um der Nutzung irgendwelcher Pflegeshampoos zu widerstehen, aber vielmehr eigentlich, um mich von dem allgemeinen Frausein abzugrenzen. Das Problem daran ist ja nicht die Weiblichkeit an sich oder was. Was mich so ungemein aufregt ist die allgemeine Ignoranz und Dämlichkeit, dank der wir alle so einfach gesteuert werden können von Weltkonzernen, die uns so gering halten möchten wie möglich, um ihre Vorstände immer noch mit Testosteron und Schwänzen auffüllen zu können. An der Zukunft ändert sich nichts. Mit Trump an der Spitze schon gar nicht, da rechne ich vielmehr mit einer subtilen oder auch offenkundigen Entwertung der Frau. Das sind keine rosigen Zeiten für die Gesellschaft von heute, wenn ihr mich fragt.

Ich kann nur immer wieder sagen: Macht endlich mal eure verdammten, von Kajal und Wimperntusche verschmierten, verpuderten Augen auf. Wirklich.

Aber die meisten wollen das ja gar nicht.

WIR BRAUCHEN MEHR FRAUEN IN WICHTIGEN POSITIONEN