Evidence-Based

Leben als „Transgender“ in einer von „Diversität“ geprägten Gesellschaft


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Die Ära Donald Trump hat wohl wieder mal einen weiteren, entsetzlichen Faustschlag gegen die Entwicklung eines gesunden Weltgeistes ausgeteilt und zwar in Form des zwar so nicht offiziell deklarierten, aber doch offensichtlichen Verbots für die CDC, bestimmte Wörter und Ausdrucksformen in der Dokumentation von Gesundheitsfragen zu verwenden. Darunter befinden sich auch drei Begriffe, die ich mal bewusst in Haupt- und Untertitel erwähnt habe. Welche das sind, dürft ihr an dieser Stelle halt selbst raten oder ihr schaut einfach mal im großen, superschlauen Google-Lexikon nach.

Google ist über diesen Link zu erreichen: Google.de

Nein, nein, ich bin überhaupt nicht arrogant oder was.

Also nun zum sujet. In Zeiten der Zensur im Bereich so maßgeblicher positiver und wichtiger Veränderungen zur Aufklärung und fortschrittlichen Entfaltung einer humanen Gemeinschaft, will ich mich heute mal hiermit befassen: Und zwar den emotionalen Belastungen eines von „Transgender“ betroffenen Individuums.

Bla und bla und bla.

Also habe ich mich dazu entschieden, zum ersten Mal in meinem Leben so ein richtiges Aufhängebild für meinen Eintrag zu benutzen und ja, das da oben auf dem S/W-Foto, das bin ja tatsächlich Ich, als ich so ungefähr 17 Jahre alt war. Mit 17 fing ich nämlich an, für mich selbst herauszufiltern, dass ich wirklich lieber ein Junge sein wollte als ein Mädchen. Obwohl ich das schon als Kind so empfunden hatte immerzu, habe ich im Teenager-Alter erst ein Bewusstsein dafür entwickelt und da habe ich mir auch zum ersten Mal die Haare kurz schneiden lassen. Meine geschlechtlichen Verwirrungen sind bis heute geblieben selbstverständlich und verursachen nachwievor sehr schmerzliche Risse im Netz der eigenen Identität und das nicht bloß von innerhalb: Darauf kommt es an.

Zu der eigenen Beschämung des Nichtwissens, was ich sein will und was nicht (ich kann mich nämlich niemals dafür entscheiden, nur eine Frau oder nur ein Mann zu sein, deswegen ist die nachträglich angebrachte, „benutzerdefinierte“ geschlechtsspezifische Angabeoption bei Facebook auch total für den Müll), gesellt sich eine Reihe von unzähligen sehr verletzenden, despektierlichen und demütigenden Bemerkungen oder Verhaltensweisen anderer mir gegenüber.

Weil ich keine Lust hab, konform herumzulaufen, sondern unkonventionell, früher auch kontrovers, punky oder emo halt einfach durch die Straßen gezogen bin und weil ich auch heute noch auf Kleidung aus der Männerabteilung zurückgreife, vorzugsweise, um meine reine körperliche Weiblichkeit damit zu verschleiern.

Und weil es so persönlich und brandaktuell ist, wie mich die Reaktionen von anderen treffen, will ich auch diese Zeilen verfassen.

Also wurde ich mit 17 ungefähr zur Zielscheibe feindseliger Angriffe auf meine individuelle Persönlichkeit und wurde seitdem häufig von wildfremden Jugendlichen beleidigt, mit Gegenständen beworfen oder ausgelacht. Viele Kinder haben mich direkt gefragt oder laut hörbar ihre Eltern „Ist das ein Junge oder ein Mädchen?“. Manche Kids haben sich schon extra weit vor mir versteckt, um mich ein zweites Mal zu begutachten wie einen Schimpansen im Zoo.

„Emo“, „ES“ und „Transe“ und widerliches Gelächter schallen noch in meinem Kopf.

Das Gelächter ertönt wieder, mehr und mehr, die fragenden Blicke und anklagenden Vorurteile begegnen mir jeden Tag im Gewirr der Provinzstadtmasse, zuletzt heute von 3 überschminkten 14-Jährigen oder wie auch immer, die mich erst auslachten und dann fragend unter sich zur Schau stellten, was ich denn geschlechtlich sei, alles hinter scheinbar vorgehaltener Hand, gewiss, dass ich davon mitbekomme.

Natürlich bin ich ja nicht blöd wie sonst was und habe ein Gespür für diese Anfeindungen und darum kann ich auch an guten Tagen auf diese Menschen eingehen, retour fragend, ob es ein Problem gibt. Lächerlicherweise scheint es dann aber nie eines zu geben und die Personen sind dann ernsthaft oft davon irritiert, dass ich mich nicht zu ihrem Opfer machen lasse, kichern dumm und ziehen sich verunsichert zurück.

Das klappt aber nicht jeden Tag, wie gesagt, nur an den guten und an den besonders guten klappt es sogar, dass ich hinterher, sobald ich wieder zu Hause bin, nicht auch noch anfange zu heulen deswegen.

Ja ja, ich kann an dieser Stelle ein Leid klagen und im großen Topf des Selbstmitleides mich hin- und hersuhlen und Tränen vergießen. Das nutzt der Welt aber nichts und mir am allerwenigsten.

Ich habe mich dann vor den Spiegel gestellt und gesagt: You are beautiful. Und in meinen Kalender geschrieben „You are much more beautiful and interesting than respectless teenage-make-up-girls“ und ich habe mich dazu durchgerungen und dazu inspiriert gefühlt, über diese Sache zu schreiben.

Gehabt euch wohl in einem hoffentlich meistens freundlichen Umfeld,

your coffeeld

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ROSALINDE WACHTMEISTER

Da ich mich ja nicht bloß zum Sortiment der erfolglosen Blogger, sondern auch zum Register der armseligen Schriftsteller zählen würde, hier mal wieder ein kleines literarisches Erzeugnis aus meiner virtuellen Feder. Für all meine besonderen Freunde und Leser unter euch, die ein aufrichtiges Interesse an epischer Grütze haben, folgt nun eine Kurzgeschichte, die eigentlich als Teilkapitel meines jüngsten Manuskriptes gilt, über die Verwirrungen und Zerrissenheit einer jungen, total unterschätzen Aktivistin. Diese Geschichte ist einfach ohne Pointe und das soll die Vergeblichkeit der an sich nicht endenden Bemühungen meiner talentierten Protagonistin veranschaulichen. Punkt. Alles ist ein process.

Hahaha.

Viel Spaß beim Lesen wünscht euch eure Holden Coffeeld. Ja, ich bin immer noch eine Frau, biologisch gesehen zumindest.


ROSALINDE WACHTMEISTER

Heute erzähle ich euch die Leiden rund um den Reifeprozess einer jungen Person namens Rosalinde Wachtmeister aus dem Elendstal, Finsterwalde, denn obwohl Rosalinde noch recht jung ist, hat sie im Elternhause zwar eine ziemlich moderne, medial und von außen aber eine sehr traditionelle Erziehung über sich ergehen lassen müssen (was viele andere gar nicht richtig bemerken), bis sie in der Zeit ihrer formativen Phase schon den Beginn eines leichten Strebens nach revolutionärem Umschwung in sich aufblühen spürte und wusste, schon damals, dass nach ihrer persönlichen Wunschvorstellung einmal alles anders kommen sollte als bisher.

Von diesem Zeitpunkt an, diesem innerlichen Gespür in sich, bemühte sich Rosalinde Wachtmeister, wann immer das gefahrlos möglich war, den Leuten aus sozialem Umfeld anzugewöhnen, dass sie nicht etwa Rosalinde, wie aus Elternhause genötigt, sondern vielmehr Blaueeiche genannt werden wollte, um dem farblichen Klischee ihres biologischen Geschlechts zu entgehen.

Dann aber irgendwann gefiel ihr auch das nicht mehr, denn so sehr sie auch zuweilen hasste, eine „Frau“ zu sein nach allen Regeln der Natur, empfand sie es alsbald genau so verächtlich und falsch, ein „Mann“ sein zu wollen und genau, wie im Zuge ihres bürgerlichen Namens, einen Wink auf stereotypische Farbzuordnungen zu machen. Von da an gab sie sich den Namen „Violet“, um auf farblicher Ebene niemals mehr mit irgendeinem geschlechtlichen Extrem in Verbindung gebracht werden zu können, und so verstand sie sich als zauberhafte, aber irgendwie verdammte Figur einer Mitte, die in diesem Fall mal nicht golden, sondern lila war, mit einem Hauch Rosa und Blau, denn sie war beides, ohne Frage, aber auf keinen Fall schwul oder lesbisch, und ihre Haare färbte sie wie die von Trunks, Vegetas Sohn.

Und da ja nahezu jeder verdammte Idiot auf der ganzen weiten Welt Violet heißen konnte, gab sie sich den Beinamen Oak, wie die Eiche halt, nur angelsächsisch, wenn ihr versteht. (Obwohl sie natürlich keinen Onkel besaß, der Professor war und der ihr kurz vor ihrem großartigen Abenteuer die alles entscheidende Wahl überließ, ein vegetarisches, pyromanisches oder aquatisches Pokémon mit auf die Reise zu nehmen, um so die vielen Emo-, Punk- oder Gruftimonster einzufangen, die ihr im hohen Grase oder in düsteren Höhlenverliesen über den Weg laufen würden. Allerdings besaß sie auch keine Meisterbälle, mit denen sie die besonders außergewöhnlichen Exemplare aus der Familie der Emos in ihren Besitz hätte bringen können. Emos sind nahezu unfangbare Wesen, wegen ihrer abnormalen Fähigkeit, reflexartig vor jeglicher Gefahr zu fliehen. Diese haben sie sich idealerweise während zahlloser Hetzjagden in südeuropäischen Gefilden angeeignet und als erfolgreich integriertes Fluchtgen an alle Abkömmlinge Selektions- und Variationshalber weitergegeben.)

Irgendwann sprang Violet eigenfüßig Richtung Westen über den ganzen Atlantik hinweg. Im Land der schönen und der schlimmen Träume wollte sie ihre Ideologie verbreiten. Ein paar Anhänger hatte sie schon, denn als Digital Native war ihr die Nutzung des Internets für Zwecke wie diese vertraut. Sie kämpft dort noch heute für mehr Gerechtigkeit, weil sie anders als die meisten das Glück hatte, für ihr Engagement nicht erschossen zu werden, bislang zumindest. Die Möglichkeit eines leichthändigen Erwebs und Besitzes von Schusswaffen bekämpft sie übrigens auch, aber das ist eine andere Geschichte.

Also, unsere Lieblingsfigur namens Violet mit dem Beinamen „Oak“ verkündet ihre Proteste, nachdem sich ein paar Zuhörer erfolgreich um sie geschart haben.

Ihr Partei-Programm (ihre Partei besteht aus einer Person und zwar sie selbst) offenbart sie auf einer Liste – und über ein Megafon. Sie versucht, ihre Fans davon zu überzeugen, dass es nicht richtig ist, Männer die Berufe des Gynäkologen erlernen zu lassen, denn keine Frau sollte sich von einem Mann in ihrer Möse untersuchen lassen, der heterosexuelle oder bisexuelle Neigungen empfindet. Violet möchte, dass ab sofort nur noch Frauen selbst oder aber homo- oder asexuelle Männer Gynäkologen werden dürfen. Die Homo- oder A-Sexualität der männlichen Anwärter wird im Vorfeld durch eine Filmreihe mit verschiedenen pornografischen Inhalten getestet. Je nach Steifheit des Gliedes und der Regungen im Gehirn werden Urteile über die Ausprägungen der sexuellen Orientierung gefällt, mit Kreuzchen an der richtigen Stelle im Gutachten. Wer den Akt zwischen zwei Männern sichtlich bevorzugt oder überhaupt keinen mehr hochbekommt, der darf in Zukunft gerne Vaginen explorieren sowie die Kolonisten zu Kolonialzeiten ihre neu besiedelten Gebiete.

Dann wiederum möchte sie die Niederträchtigkeit und demütigende Wirkung der Gynäkologen-Stühle vernichten. Kein Gynäkologen-Stuhl auf dieser Welt sollte eine Frau dazu nötigen, ihre Beine zu spreizen; das sei in höchstem Maße unmoralisch und falsch. Eine Frau darf sich auf eine Liege legen mit halbwegs geschlossenen Beinen, während eine erfahrene ärztliche Fachkraft mit einem Ultraschall-Dildo die Weiten ihres Mutterschlundes erkundet.

Sie hofft auf eine bessere Welt, in der die Sexualisierung von Frauen und Männern zurückschreitet. Aufmerksamkeit erlangt sie, indem sie ein Zukunftsbild der Menschheit prognostiziert, das alle Menschen bedingungslos gleichschaltet. Universalisierung nennt sie das.

Prostitution soll kontrolliert und legalisiert stattfinden dürfen, allerdings nur unter der Vorraussetzung, dass ebenso viele Bordelle oder Straßenstriche für Frauen wie für Männer geschaffen werden, für Schwule und für Lesben. Das kann man sich dann so vorstellen, dass eine Frau, die nicht gerade lesbisch ist und gerade Bock auf Sex hat, sich in ein solches Milieu begibt und mit einem heißen Typen ihrer Wahl es so richtig krachen lassen kann. Gegen Bezahlung natürlich. Das gleiche Prinzip gilt für die Homos und auch sonstige Abwegige im Bereich der sexuellen Orientation natürlich auch. Puffparties für alle.