Schlecht

Lichter fluten diesen Raum,
lebst du noch in deinem Traum?
Schläfst du abends, denkst du kaum
an den Mann mit *Samt und Saum?

Treib dich niemals rund herum.
Nimmst du mir dies heute krumm?
Bringst du dich im Jenseits um,
bist du ohne mich so dumm?

*changed

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System not working again

So. Lerneffekt lässt grüßen. Nachdem ich mein Leben in trockenen Tüchern geahnt hatte, passierte mal wieder dieses: die nächste heftige Rundumschlag-Psychose mit allem drum und dran, bis ich meine Eltern mit einem Messer bedrohte und zwangseingewiesen wurde. Jetzt sitze ich seit fast 3 Monaten in Psychiatrien rum und lasse mich behandeln. Von Koma bis Selbstmordanschlag und Nahtoderfahrung und himmelhochjauchzend habe ich alles mitgenommen.

Dem Bipolar Writer muss ich an dieser Stelle doch zustimmen: Ein Leben ohne Medikamente ist nicht mehr möglich für mich. An dieser Stelle hab ich Pipi in den Augen. Selbst schuld.

Ich kann mit Depot-Spritzen einmal im Monat behandelt werden. Hoffentlich gut. Krankenhaus dauert noch. Bestimmt anderthalb Monate noch.

Liebe Grüße an alle, die das lesen. Hab euch nicht vergessen und WordPress mich Gott sei Dank auch nicht. Bis bald.

The Alco Hole

I really love word games, you know.

TAGEBUCH


alco hole


Die meisten Menschen haben überhaupt gar kein soziales oder politisches Interesse ernsthaft und die wenigen, die ich kenne, versuchen es dann im Rausch zu ertränken, andauernd machen sie das, so wie ich selbst.

Ich saufe mich andauernd ins Abseits jedweder Kontrolle und Selbstbeherrschung und meine Eskapaden werden mit zunehmenden Abständen von Rausch zu Rausch beeindruckender.

Beeindruckend, dass ich sie irgendwie überlebe.

Kotze auf dem Boden, Kotze im Klo, im Waschbecken, Kotze im eigenen Bett: eine kurze Veranschaulichung des vergangenen Monats (Dez. 2017). Die schönste Zeit des Jahres, yeah. Wie mega fett Recht ihr alle habt. Ich sowieso.

Im Mai 2017 überkam mich zum dritten Mal seit Dezember 2016 eine so heftige Welle der Todessehnsucht nach einem dieser legendären Zechen, dass ich mir einen ganz persönlichen Cocktail zubereitete aus Wasser und einem in Wasser gelösten Gemisch aus 1000 mg Zyprexa, wovon 400 ungefähr bereits tödlich wirken können.

Ich habe diesen kleinen toxischen Mixie nicht als Hilferuf getrunken, sondern um wirklich aus dem Leben zu scheiden. Manchen ist das nicht bewusst.

Wochenlang habe ich meinen Eltern im Stillen einen Vorwurf gemacht, weshalb sie mich am nächsten Tag gerettet haben. Also sollte ich jetzt für sie bloß weiterleben oder wie oder was oder warum jetzt?

An die ganze Riesenrettungsaktion kann ich mich übrigens nicht erinnern. Ich bin erst nach zwei Tagen auf der Intensiv wieder wach geworden, mit Schnallen ans Bett fixiert, wieder mal, yeah. Katheter – Krankenhausgewand mit Pünktchen. Aber ob das Gewand Punkte hatte oder nicht, das weiß ich auch ehrlich gesagt nicht mehr so genau. Meine Gegenwehr war wohl etwas groß.

Dank einer persönlichen Patientenverfügung, die ich vorsorglich wegen meiner vorübergehenden Unzurechnungsfähigkeit aufgrund der Psychose 2016 unterschrieben hatte, konnten meine Eltern über meine anschließende Unterbringung auf einer offenen Station entscheiden. Das war gut. Geschlossene Psychiatriestationsaufenthale finde ich persönlich nämlich ziemlich schlimm, auch wenn es manche Ärzte gibt, die schnell etwas anderes dazu behaupten, aber darüber schreibe ich vielleicht mal ein verficktes Buch, obwohl es zu Psychiatriescheiße schon genug Bücher gibt.

In den nächsten drei Wochen nahm ich an ca. 30 Stunden Suchtgruppe teil und da lernte ich, dass es ein kontrolliertes Trinken unter Suchtkranken nicht geben könne und dass die einzige Option der totale Verzicht mit Blick auf eine gezielte Suchtverlagerung auf etwas Körper-Unschädigendes (z.B. Sport) sei. Freunde und Familie sagen, Alkohol gehöre halt dazu irgendwie zum Leben, und der Zwang, nicht zu trinken, könnte alles bloß schlimmer machen. Ich glaube, sie haben Recht.

Vier Wochen besuchte ich eine Fachklinik, vertraglich festhaltend, keinen single drop zu konsumieren. Dann eine ambulante Therapie, das gleiche Prozedere.

Die Therapie habe ich schnell wieder gecancelt und die komatösen Besäufnisse gehen weiter.

Haha.

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Liebste Welt.

Gib mir einmal einen Rat.

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Und schweig.

Aber nicht für immer.

es war einmal

eine geschichte. ein märchen. ein fairytale. aber das mädchen entschied sich dazu, es unfairytale zu nennen stattdessen. und die geschichte beginnt. aus dem krankenhaus. ich mag keine vielen kurzen sätze hintereinander, also hier mal ein längerer. jedenfalls wird das mädchen nach seinem selbstmord am 20. mai viele neue gedichte auf seiner seite veröffentlichen, bis die zeit auch wieder rum ist und neue geschichten irgendwie schon losgetreten werden.

#1

der vogel kämpft sich aus dem ei
das ei ist die welt
der welt ist einerlei
was dem vogel dran gefällt

der vogel ist allein
wohl ganz und gar verloren
er möchte flügge sein
wie einmal neugeboren

das ei ist die welt
sie zwingt ihn zu verstehen
dass alles bald zerfällt
ein kommen und ein gehen