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neulich habe ich mich mal gefragt, ob ich die todesstrafe nicht eigentlich doch für in manchen fällen legitim halte, aber dann habe ich versucht, mir vorzustellen, wie ich als jury-mitglied in einer amerikanschen jury diese verantwortung tragen würde, über das leben oder den tod eines menschen, den ich nicht mal kenne, eine wahl zu treffen. da habe ich mir dann gedacht, nee mann, obwohl ich nicht mal besonders religiös bin, würde mich dieser geringe religiöse, aber der vielmehr wohl größere menschliche anteil in mir davon abhalten, so ein gravierendes urteil zu fällen.

das ist doch total krank. und was erwarten diese leute sich vom gnädigen herrn da oben, wenn sie auf ihren schultern tragen, andere menschen frühzeitig in den tod geschickt zu haben? das verstehe ich nicht. soll das etwa besser sein?

das unterscheidet uns doch von den kriminellen, darum ist das mitleid auch so wichtig, das hat bruce wayne schon gesagt damals nach dem training mit raz al ghul.

andererseits: ich würde ja lieber sterben als für den rest meines lebens im gefängnis sitzen zu müssen.

der zynische vorteil an der todesstrafe ist allerdings, dass eine verurteilung auf dieser basis eher noch mal geprüft und dass diese überprüfung und neubearbeitung des falls eher noch mal zugunsten des verurteilten ausfallen kann. mit andern worten, für einen unschuldig verurteilten ist das die allemal günstigere variante, um vielleicht doch irgendwann noch mal freigesprochen zu werden. wirklich, mann, kein scheiß.

 

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justitia

trump selbst hat zu der new york attentat geschichte erwähnt, dass er die justiz der usa für zu schwach und zu langsam hält. und da haben sich die leute von der heute-show darüber lustig gemacht, wie ein amerikanischer präsident seine eigene judikative schlecht reden kann. den punkt daran finde ich allerdings gar nicht lustig, weil trump ja immerhin recht damit hat, dass die amerikanische justiz eine große, zurückgebliebene seucheninstanz ist. das findet mit der todesstrafe nur seinen höhepunkt.

in den usa gibt es übrigens eine goldene regel, die besagt, dass auf die ermordung eines polizisten automatisch die todesstrafe folgt. also, gehen wir mal davon aus, dass die todesstrafe schlimmer ist als eine millionen jahre im gefängnis rumzusitzen, dann ist die todesstrafe von ihrer bewertung und strafrelevanz her ja ganz oben anzusiedeln, also keine andere strafe eines amerikanischen gerichts übertrifft sie an grausamkeit. wie auch immer.

das bedeutet ja aber auch im gleichen zug, dass das leben eines polizeibeamten über das eines normalen bürgers gestellt wird. also ich finde total, einem gericht sollte es ziemlich egal sein, welchen status und welchen beruf eine person gehabt hat, die zu schaden gekommen ist, wenn es um die verurteilung des täters geht.

habe ich nicht eigentlich recht damit?

wie auch immer.

zu amerika fällt mir noch folgendes ein: nachdem ich gestern eine sendung über waffenfanatiker gesehen habe, denke ich mir, können die sich auch ruhig wie sie wollen über den haufen schießen, bis keiner mehr übrig geblieben ist, um kirchen in texas oder konzerte in las vegas zum bersten zu bringen.